Zur Zeit Friedrichs II. war fernöstliche Exotik hoch in Mode.
An den europäischen Höfen sammelte man chinesisches Porzellan, man traf sich zu chinesischen Teezeremonien und ließ sich Tempelchen mit den typischen geschwungenen Dächern bauen.
Im Park Sanssouci zeugen gleich zwei Bauwerke von der China-Verehrung am preußischen Königshof. Zum einen das Chinesische Haus. Es ist ein kreisrunder Pavillon mit drei kleinen Kabinetten zur Aufbewahrung der Porzellansammlung
Friedrichs II. und drei Säulenvorhallen. Derartiges wurde in China nie gebaut, aber die Dreiergruppen gold blitzender Chinesen und den Musikanten mit exotischen Instrumenten dazwischen erwecken den Anschein, als sei es früher so und nicht anders hier zugegangen. Wer allerdings genau hinsieht, wird bemerken, dass auch die Figuren eher verkleideten Europäern ähneln als echten Chinesen.
Zum anderen das Drachenhaus. Eine achteckige Pagode mit drei Dächern übereinander, Drachenfiguren an den Ecken und exotische Bemalung - und wieder stand das Vorbild nicht in China, sondern in England. Friedrich II. ließ es als Wohnung für seinen Winzer bauen, der sich am Südhang des Klausberges um einen halbwegs trinkbaren Wein bemühte. Heute ist das Drachenhaus als Café für jedermann geöffnet.
Auch in der Gegenwart muss man in Potsdam nicht auf fernöstliche Exotik verzichten:
Chinesische Restaurants gibt es hier wie überall. Und auch hier steht die Frage, wie weit wohl das Dargebotene an chinesische Originale heranreicht.